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  • Lisa

Wie alles begann

Aktualisiert: 21. Apr 2019

"Mama, Papa, ich werde Südamerika mit dem Fahrrad bereisen!"

Stille am anderen Ende der Leitung. Meine Mutter seufzt, während mein Vater wahrscheinlich gerade mit Schnappatmung auf dem Fußboden liegt.

„Naja, wir wissen ja, dass dich das glücklich macht und dann sind wir auch glücklich... Aber wir haben natürlich auch Angst um dich!“, murmelt meine Mutter. Von meinem Vater immer noch kein Wort. Und ich kann es ihm nicht verübeln.


Es ist nicht das erste Mal, dass ich alle Zelte abbreche und mit einem One Way Ticket in der Tasche auf Reisen gehe. Doch diesmal will ich anders reisen. Ich will nicht einfach in fremde Länder fliegen und Backpacker sein, bis die Ersparnisse der letzten Jahre aufgebraucht sind. Ich will etwas zurück geben. Und so kam die Idee mit der Spendenaktion.


Während meiner Fahrradtour 2017, durch Polen und Tschechien, hatte ich bereits mit einer Spendenaktion 1.000€ für den Mädchenschutz in Gomboro gesammelt. Wie viel würde ich wohl sammeln, wenn ich länger unterwegs bin, das ganze richtig groß aufziehe und die Erfahrung aus drei Jahren Social Media Management bei PETA Deutschland nutzen würde?


Ich war sowieso schon Feuer und Flamme für die Reise, aber jetzt loderte ein regelrechter Waldbrand in mir. Ich fing an zu brainstormen, zu recherchieren, zu zeichnen und einen Plan zu schmieden.

Recht schnell war für mich klar, dass die Spendenaktion zu Gunsten von "SOS-Kinderdorf e.V." sein soll, die sich auch in Südamerika für Kinder einsetzen.


Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, dann erinnere ich mich an ganz viele schöne Momente. Ich bin wohlbehütet aufgewachsen. Bin zur Schule gegangen, habe nachmittags mit meinen Brüdern und Freunden gespielt, habe gemalt, gelacht, getobt und mein Taschengeld in Diddl-Blätter investiert - all das, was Kinder eben so machen. Damals dachte ich noch, dass es allen Kindern auf der Welt so geht.


Heute weiß ich, dass dem nicht so ist. Insgesamt gehen weltweit 218 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren einer Arbeit nach, wenn man ausbeuterische Kinderarbeit und legale Beschäftigung zusammenzählt - viele auch deshalb, weil sie keine Unterstützung von ihren Familien bekommen oder erst gar keine haben. Genau deswegen sollen die Spenden an SOS-Kinderdorf e.V. gehen . Denn genau wie das Reisen, sollte eine glückliche und sichere Kindheit Normalität und kein Privileg sein.


So oft sagen Erwachsene "Du bist ja noch ein Kind!", dabei haben Kinder so viele Eigenschaften, die mit dem Älterwerden immer schwächer werden, bis sie irgendwann nicht mehr da sind oder gar ins Gegenteil umschlagen. Auf all meinen Reisen waren es immer die Kinder, die als erstes auf mich zukamen, ohne Vorurteile, ohne Absichten und ohne Angst.

Unsere Kindheit prägt uns fürs Leben und macht uns zu einem großen Stück zu dem, was wir sind. Kinder sollen ohne Sorgen aufwachsen und einfach Kind sein.

Und darum geht es mir bei "Wheels of Fortune".

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